14.Juli – Wenn du denkst, da gehts nichts mehr…

Wisst ihr, wie in einer italienischen Oper das Große Finale abgeht? So ging es uns heute. Alle, das who is who der namibischen Wildheit, gab sich noch einmal ein Stelldichein und jeder zeigte, was er kann. So viele unterschiedliche Tierarten gab es nicht einmal in der Etosha-Pfanne. Wir sind in der Wabi Game Lodge im Schatten des Waterberges in unserer letzten Station angekommen. Glaubt mir, alles wurde noch einmal getoppt. Die Drei-Sterne-Lodge, der Koch, die Barfrau, der Guide und der Gamedrive, alles nur für uns zwei. Uns gehört die Welt. Ein Sundowner am Waterberg Lake und dabei aus zwanzig Metern Entfernung zusehen, wie sich eine Flusspferdfamilie und die ganzen anderen Tiere versammeln, um sich zwei Bund Heu zu teilen. Dreißig Tonnen Fleisch auf einem Haufen und kein Zank um eine Handvoll Heu. Ein bißchen Garten Eden. Zum Diner Elandsteak mit… Ach Mensch, gibt es keinen Superlativ von perfekt?

Das Lebbe is scheen, die Geier müssen warten!

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13.Juli – Tschüss, Etosha!

Heute begann der Tag reichlich turbolent. Zuerst waren wir etwas knapp (06:00 Uhr!) am Wasserloch, so dass wir nur noch den Abgang des Löwen sehen konnten. Dann hat meine Kamera ihren Dienst aufgegeben. Auf der letzten Pirschfahrt Richtung Namutoni Gate hatten wir dann noch dreißig Minuten Stau. Unsere bereits genannte Elefantenherde zog die Straße hinunter und danach auch wieder zurück zu uns. Ein anderes deutsches Ehepaar (schon lustig, die ersten fünf Minuten haben wir uns auf englisch unsere Abenteuer geschildert…) hatte versucht, die Herde langsam zu überholen, scheiterte dann aber am schwarzen Bullen. Also hieß es warten, bis sie die Straße wieder freigeben. Wir waren gerade rechtzeitig am Tor.
Auf der Fahrt zur nächsten Lodge statteten wir einem Ausserirdischen noch einen Besuch ab, dem Hoba-Meteoriten. Diese Nacht verleben wir auf der Gemüsefarm Tigerquelle bei Grootfontein. Eine Runde im Pool, eine Rundfahrt über die Farm und lecker Eland-Roulade, das Leben kann so schön sein.
Passieren kann uns hier nix. Wer einbrechen will, stolpert unweigerlich über einen der drei Ridgebacks, die zusammen zweihundert Kilo Kampfgewicht bringen.
Übrigens stimmt unser Kalender wieder,  wir hatten zwischendurch die Zeit verloren. Datum und Wochentag laufen wieder synchron.
Ach so: SCHLAAAAAND!

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12.Juli – Safari entlang der Salzpfanne

Hat der eine Tag uns mit einem riesigen Oliphanten in Okaukuejo verabschiedet, brachte der nächste in Halali gleich wieder einen grauen Berg vor die Kamera. Er hat sich einen Heidenspaß daraus gemacht, zwischen den Autos hindurchzuspazieren. Der Abend war den Spitzmaulnashörnern am Wasserloch hier beim Camp vorbehalten. Heute begann der Tag zwar sehr früh, dafür aber verhalten. Erst gegen Mittag hatten wir an einer Wasserstelle großes Giraffenglück, an einer anderen dann Elefanten. Elefanten. Elefanten. Über den Daumen gepeilt waren noch etwa achtzig Tiere am Wasserloch. Eine ganze Stunde haben wir gestaunt und geknipst. Dann hat der Bulle geruhsam, aber nachdrücklich alle Autos vom Parkplatz verwiesen, denn er hatte mit einigen Kühen noch etwas anderes vor. Auf der Heimfahrt hatte ich im unteren Sichtfeld die Straße, im oberen immer noch ein riesen Band mit Elefanten.
Ich konnte mir diesen Tagtraum leisten, denn ich war nur Beifahrer und Fotograf.

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10.Juli – In der Siedepfanne der Etosha

Pünktlich gestartet, waren wir natürlich genau so pünktlich am Andersen Gate, um den Etosha National Park für uns zu erobern. Diesmal haben wir ein paar andere Menschen getroffen, nicht allzu viele, aber wir sind nicht mehr allein in Namibia. Auf den Straßen hatten wir oft diesen Eindruck.
Die erste Fotosafari liegt hinter uns, wir haben uns einfach für zweieinhalb Stunden an ein Wasserloch gestellt, ganz entspannt die Landschaft genossen und dann fotografiert, was denn so zu uns kam. Das war ein echt schöner Nachmittag.
Abends auf dem Weg zum Restaurant gingen wir nur kurz am Wasserloch vorbei und konnten zusehen, wie nach und nach eine Herde von dreißig Oliphanten eintraf. Nach dem Dinner gab es noch Nachschlag mit Nashörnern, Giraffen, Löwen und einem riiiesigen Elefantenbullen. Das wilde Afrika hat uns erreicht, jetzt können wir schlafen gehen.

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09.Juli – Abenteuer Filmhaus

Gestern hatten wir noch einen herrlichen Tag auf der Ai Aiba. Eigentlich sollten wir nur noch einmal mitkommen, die Fotofallen kontrollieren. Daraus ist ein dreistündiger Ausflug in die Berge geworden. Diese sehen aus, als hätten Riesen ihre Murmeln nach dem Spielen liegen gelassen. Von den Granitrücken hatten wir eine Wahnsinnsaussicht auf die Ebene. Den Sonnenuntergang schauten wir uns von den Felsen oberhalb unserer Lodge an. Auf dem Heimweg noch eine Leopardenfährte zu finden, passiert einem ja auch nicht alle Tage, oder?
Heuet morgen ging es auf einen langen Kanten Richtung Norden. Wie schon auf Ai Aiba hatte wir auch hier das Gefühl, ganz allein in Namibia zu sein, ganz Afrika nur für uns zu haben. Endlos lange Pisten, deren Farbe sich manchmal ändert,  wie sich die Landschaft links und rechts auch.
Am Ziel angekommen, erblickten wir eine abenteuerliche Bretterburg, die in die Felsen eingepasst wurde. Wir suchten uns das Zimmer mit dem besten Ausblick, „Loo with a view“. Der Thron steht auf einer Felsnase mit Blick auf den Busch…
Dicht beim Haus gibt es einen Himba-Kraal, sogar mit Schule. War echt interessant, zu sehen, wie sie leben.

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07.Juli – 10.000 B.C.

Wisst ihr überhaupt, was ein goldener Sonnenaufgang ist? Heute morgen, direkt vor unserem Panoramafenster mit Blick auf die Savannenlandschaft gab es einen. Wahnsinn! Dazu Vogelkonzert in allen Tonlagen und eine Gruppe Schiraffe im Hintergrund-werdet ruhig neidisch!
Nach dem Frühstück stand ein Besuch im nahegelegenen San-Dorf, einem Living Museum der Bushmans, an. Sie demonstrierten uns alle Seiten ihres täglichen Lebens, was sie wie herstellen und wie sie singen und tanzen. Danach auf einem Bushman walk zeigten sie uns ihre Jagdmethoden, ihre Rohstofflieferanten und die Felsenzeichnungen der ersten Jäger, die bis zu 10.000 Jahre alt sein könnten.
Davon gab es am Nachmittag zum Rock Painting Drive noch viel, viel mehr und fachliche Erklärung gleich noch dazu.

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06.Juli – Frost auf Okambara, Sunset auf Ai Aiba

Einen verdammt klapprigen Morgen haben wir erlebt. Temperaturen, die die Autoscheibe zufrieren und uns etwas abfrieren ließ. Wir hatten angesichts der Tagestemperaturen vergessen, dass wir im Winterurlaub sind. Alles noch ein bisschen ungewohnt, die Jahreszeit, auf der falschen Seite richtig fahren und sich nicht mehr richtig an der Sonne orientieren zu könne. Mittags steht sie hier hoch im Norden! Von all den Sternen erkenne ich einzig das Kreuz des Südens.
440 Kilometer sind wir heute gedüst. Spurrinnen im roten Lehm, Autobahnen, auf denen Defensivfahrer angehupt und überholt werden, Schotter-/Sandpisten über den Horizont hinaus. Aber wir sind da,.Wie in meinem uralten afrikanischen Märchenbuch liegt unsere Lodge direkt unterhalb der roten Felsen des Erongo. Von dem Sonnenuntergang und diesem Licht möchte ich euch am liebsten ein Glas voll mitbringen.

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05.Juli – Letzte Bilder von der Okambara

Gestern waren Anne und ich auf einem Berg neben der Lodge ein wenig in der Wildnis wandern. Wir wollten ein Bild von der Lodge von oben, dass auch zeigt, wei weit und schön das Land hier ist. Heute ein letzter Gamedrive, eine letzte Fütterung der Raubkatzen und ein letzter Abend am Wasserloch. Morgen geht es nach dem Frühstück (und nach dem Rasieren) auf lange Fahrt zur Ai Aiba Lodge im Erongogebirge. Wenn ich ein Kabel anzapfen kann, melden wir uns von dort wieder.

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04.Juli – Ich möchte vorstellen: Lulu

Lulu ist ein Leopard, ein Kater im stolzen Alter von 15 Jahren. Lulu wurde einst mit der Hand aufgezogen und lebte die ersten beiden seiner Lebensjahre im Haupthaus und durfte sich frei auf dem Gelände der Lodge bewegen. Als er geschlechtsreif wurde, legte jemand in seinem Katzenkopf einen Hebel um und er war wieder ein wildes Tier. Von nun an lebt er in einem grossen Gehege neben den Haupthaus. IMG_1436

Als ich ihn kennengelernt habe, war ich erschrocken, wie groß ein Leopard werden kann. Groß wie ein Jagaur, glaube ich, dass so ein Brocken auch einen Löwen töten kann. Bei der täglichen Fütterung gab er sich zahm und schmusig, wie eine Katze eben. Getraut habe ich ihm deshalb noch lange nicht! Gestern morgen war ich allein am Zaun, um vielleicht ein Foto von ihm zu machen. Er war da, war neugierig und kam immer dichter an mich heran. Plötzlich stand er vor mir, lehnte sich an den Maschendraht und holte sich von mir seine Krauleinheiten ab. Er hat entschieden, dass ich mit ihm schmusen sollte. Ich war total von den Socken. Heute früh war ich mit Anne vor dem Frühstück am Gehege, bevor es zu warm wurde. Erst fanden wir den Kater nicht, denn er lag oben im Baum auf seinem Ast. Auf unser „Guten Morgen!“ hin kletterte er langsam vom Baum und brachte sich am Zaun in Kuschelpositur. Ich durfte überall kraulen und er hat mir ganz sachte die Finger geleckt. Ich habe meine Nase in sein Fell gesteckt – er riecht gut, nicht so stinkend wie Zootiere. Ich habe einen Freund gefunden.IMG_1445IMG_1448IMG_1439